C’est la vie – wie die Italiener sagen

Nun sind wir ein paar Wochen unterwegs. Und obwohl wir lediglich am Gardasee eine gute Woche geblieben sind und seitdem jeden Tag weiterfahren, scheint der Blick auf die Karte fast etwas ernüchternd. Wir sind gerade einmal eine Tagesreise von unserer Heimat Bonn entfernt.

Außerdem scheint uns seit unserer Abfahrt das schlechte Wetter zu verfolgen. Schon in Malcesine am Gardasee hat es gestürmt, geregnet und etwas höher sogar geschneit. Am Campingplatz dort, der übrigens direkt am See lag, kam mir ein dickbäuchiger Camper entgegen als ich gerade in Begriff war das Regenverdeck vom Kinderwagen zu befestigen. Er grinste mich an und sagte in reinstem Hochdeutsch-Kölsch:

„C’est la vie – wie die Italiener sagen.“

Ich musste etwas lachen und er wandte sich, zufrieden und bestärkt, wieder seiner kleinen Trethupe zu, die er auf dem Arm trug. Wohl um dessen Pfoten vor dem nassen Asphalt zu schützen.

Aber ob nun Italiener, Franzosen oder der rheinländische Camper: Wo se recht han, han se recht. Wir müssen uns damit abfinden und genießen nun eben jede Stunde ohne Regen und jeden Sonnenstrahl doppelt. Und vor allem erkennen wir den großen Vorteil einer fahrbaren Wohnung mit WC und Heizung gegenüber eines Zeltes. Wir sind bekehrt.

Am Gardasee habe ich (Mirka) übrigens ein Sicherheitstraining für die Gleitschirmfliegerei gemacht. Geübt wird dabei in erster Linie, wie man aus dem Dilemma eines nicht mehr flugfähigen Gleitschirms herauskommt. Klappt das mal nicht, muss ein Rettungsschirm gezogen werden und man wird von bereitstehenden Rettungsbooten aus dem eiskalten Gardasee gefischt. Wie die Aasgeier riechen diese Boote meist schon, welcher Pilot der Nächste sein wird, schmeißen ihre Motoren an und knattern in seine Richtung. Mich haben sie nicht bekommen. 😉

Sebastian ist in dieser ersten Trainingswoche übrigens in die Rolle der Mutter und Hausfrau geschlüpft und so war es auch für ihn eine Art Trainigswoche. Mit Jola aufstehen, sie fertig machen, den ganzen Tag bespaßen, zum Schlafen legen, die „kutschi-kutschi-Omas“ fernhalten und parallel den Haushalt schmeißen, Wäsche waschen, Essen zubereiten und und und…
Nach einer Woche war Jola totales Papa-Kind, der Camper stand vor Dreck und frische Unterhosen gingen uns auch aus ;)). Ab jetzt teilen wir uns das bisschen Haushalt wieder.

Mehr Bilder gibt’s in unserer Galerie „Lieblingsbilder Italien„.

Nachtrag: Es hat wirklich viel geregnet. Auch, wenn die Bilder nicht danach aussehen…