Das Leben als Camper vol.1

Nach gut 5 Wochen ist die Zeit für ein erstes Resumee zum Leben mit Herrn Sumsemann. Nach viereinhalb Wochen Regen können wir dabei allerdings vor allem vom Leben in seinem Inneren berichten. 
Obwohl es durchaus ziemlich eng ist: Wir mögen uns noch immer 😉 Ich würde sagen, dass wir mittlerweile von so eine Art „Camper-Alltag“ sprechen können.

In diesen ersten Wochen haben wir jedenfalls so einiges über das Campen gelernt:

  1. Was des All-Inclusive-Pauschalis Handtuch ist, ist des Campers Ausgleichskeil. Mit denen werden auf Campingplätzen fröhlich die besten Stellplätze reserviert.
  2. Wasserpumen gehen tatsächlich kaputt, wenn sie kein Wasser mehr zum pumpen haben.
  3. Ja, es ist möglich den Camper über Tage nicht zu verlassen.
  4. Wildcamping kann ganz schön gruselig werden.
  5. der Stauraum in unserem Camper ist beeindruckend! Ich habe sogar geschafft eine Gitarre bis zu Sebastians Geburtstag (3 Wochen nach Abfahrt) zu verstecken!
  6. Ja Onkel, du hattest Recht: unsere Augleichskeile sind etwas zu popelig – wir stapeln sie jetzt immer 😉
  7. Spargelessen ist bei Nutzung der Camper-Toilette ab sofort verboten.

Jola geht es übrigens hervorragend. Sie bekommt nun den ersten Brei, Zähne lassen sich aber noch nicht blicken. Die ungefähr einhundert Chinesen in dem Touri-Bummelzug durch einen serbischen Nationalpark gestern fanden ihre runden, roten Bäckchen so amüsant, dass sie pausenlos daraufzeigten und mit einem hohen „ohhhhhh“ ihr Erstaunen darüber kundtaten.

Und obwohl wir garnicht mehr in Slowenien sind, ist unser Reisetempo weiter sehr, sehr langsam. Maximale Tagesetappen: 4 Stunden laut Google-Maps (=8 Stunden für uns). Alle 3-4 Nächte suchen wir einen Campingplatz auf um Strom zu tanken, fremde Heißwassertanks zu leeren und das Internet auszusaugen. Ansonsten suchen wir uns schöne Plätze in der Natur. Hier ist so wenig los, dass wir bisher immer und überall alleine waren und noch nie von der Polizei verscheucht wurden. Wildcamping ist nämlich eigentlich verboten. Aber wer verzeiht nicht einer jungen Familie mit diesem kleinen, süßen, pausbackigem Monschischi?! 

So, nun müssen wir eine Rakija trinken. Der 71-jährige etwas gebrechliche Opa vom Platz destilliert nämlich DEN Birnenschnapps des Balkan. Jedenfalls hat er uns das verklickert während er uns mit einer Goldmedallie vor der Nase herumbaumelte. 

Unser Stellplatz zwischen den Birnbäumen der Vilamovka in Serbien