Wir dippen in den Balkan ein…

Das Wetter zwang uns schlussendlich doch noch in die Flucht: Vor fast drei Wochen haben wir unseren Plan verworfen, die Südroute über Montenegro und Albanien weiter zu verfolgen. Stattdessen ging es weiter ostwärts von Kroatien nach Bosnien und Herzegowina, im Eiltempo durch Serbien bis nach Rumänien wo wir uns jetzt schon eine ganze Weile bei bestem Wetter (tschakkaaa!) aufhalten.

Und obwohl wir in Kroatien, Bosnien und Serbien so zügig unterwegs waren konnten wir ein paar Eindrücke sammeln. So zum Beispiel in Bosnien und Herzegowina – ein Land das wir irgendwie garnicht auf dem Radar hatten. Trotz der überall sichtbaren Spuren der vergangenen Kriege ein sehr schönes Fleckchen Erde mit herzlichen Bewohnern. Die Landschaften waren wirklich abwechslungsreich. Schroffe Felsschluchten, blaue Seen, sanfte Wiesenhügel, kleine Dörfer, das Moloch Sarajevo, Nadelwälder, verlassene Dörfer, zerschossene Mauern, riesige Täler, alte Burgen…. Bosnien und Herzegowina hat aber auch so einige Fragen aufgeworfen. Zum Beispiel warum die wenigsten Häuser verputzt sind und wie es kommt, dass dort fast ausschließlich deutsche Autos herumfahren die nicht selten auch deutsche Kennzeichen (aber ohne TÜV-Plakette) tragen. Wir werden wiederkommen um sie zu beantworten und auch um tiefer in die Geschichte des irgendwie vergessenen Landes einzutauchen. Ein Land in dem wir sehr gerne mehr Zeit verbracht hätten!

Unsere Route durch Serbien führte uns von einem Nationalparkgebiet im Westen quer durchs Land bis zur Donau im Osten, die dort die Grenze zu Rumänien bildet. Obwohl wir es wetterbedingt recht eilig hatten, haben wir auch hier Autobahnen und größere Schnellstraßen vermieden. Doch – und das haben wir schon früh auf unserer Reise gelernt – ob ein fast auseinander fallender Zastava (ich würde sagen eine Art Balkan- Trabbi), ein Ochsenkarren oder eben unser Herr Sumsemann mit seinen knapp 3,5 Tonnen eine sogenannte „Dorfautobahn“ fahren kann ist ein himmelweiter Unterschied. So bot unser Trip in Serbien – trotz oder auch gerade wegen des anhaltenden Regens – immer wieder ein gewisser Nervenkitzel. Nur Autofahren wär ja auch langweilig. 😉

Und ja, wir sind schon das ein oder andere mal stecken geblieben, mussten umkehren, ein paar Kratzer riskieren oder auch einfach mal mit geschlossenen Augen und Vollgas durch Schlammpfützen fahren ohne zu wissen, wo genau die tiefen Schlaglöcher liegen oder spitzen Felsen herausragen. Bisher konnten wir uns aus allen misslichen Lagen selber befreien.

Wir beide wollten schon immer mal an die Donau und nun kamen wir zufällig sogar an der engsten, der breitesten und auch noch an der tiefsten Stelle des gewaltigen Flusses vorbei. Außerdem fuhren wir durch die höchste Flussschlucht Europas. Wow, eine Fahrt der Superlative. Jedenfalls laut des etwas ausgestorbenen Touristenbüros in Doni Milanovac. Wie dem auch sei: Die Fahrt an der Donau war wirklich schön. Auf die von Milena, unserer Campingplatzwirtin, empfohlene Wanderung mussten wir aber aus bekannten Gründen aber auch an diesem Tag verzichten. Zumal unsere Schuhe nach dem letzten Versuch mal im Trockenen laufen zu können noch immer nass und schlammig waren. Ja und dann ging es auch schon über die Grenze nach Rumänien. Zurück in die EU. Endlich wieder Internet. 😉

Unseren „Roadtrip durch den Balkan“ – so haben wir es uns jedenfalls vorgenommen – holen wir auf dem Rückweg nach. Kurz eingedippt zählt ja kaum. 😉

Bildchen gibt es hier in der Galerie.